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Georgs Tanzania Logbuch
Freitag, 16.11.01

Habari za Kazi
neues von der Arbeit

Heute ist so was wie Bergfest, da ich am 17. Februar zurueckfliege. Zeit darueber nachzudenken was man geschafft hat, und was man noch in der Zeit des Praktikums erreichen will. Was immer unwahrscheinlicher wird, ist dass ich ein sinnvolles Kisuaheli lerne welches ueber allgemeine Floskeln, wie nach dem Weg fragen und das Handeln auf dem Markt hinausgeht. Aber eigentlich hatte ich es ja nicht anders erwartet. Mit dem, was ich gerade auf Arbeit schaffe bin ich durchaus zufrieden, muss nur eben aufpassen, dass meine ganzen Ideen auch nach dem 17. Februar weiter funktionieren. Im Moment beschaeftigen mich 3 Dinge: Erstens geht es darum das Lager sinnvoll zu organisieren und verwaltbar zu machen ...es ist ziemlich gross, denn hier im Busch wurden alle Ersatzteile bevorratet ...war noetig, aber viele Dinge wurden 12 Jahre nicht angefasst! Frueher gab dafuer 7 Mitarbeiter, die Unmengen von Papier voll schrieben. Das, wie vieles andere hier erinnert mich sehr an Hermann Hesses Fabrikbeschreibungen in seinen fruehen Erzaehlungen um die Jahrhundertwende. Nachdem ich das fuer mich aktzeptiert hatte, wurde vieles hier leichter...so also auch das Lager, in dem jetzt 2 Leute arbeiten und wir jede Woche ein bischen katalogisieren und ich den Umgang mit Computer und Datenbank erlaeutere. Dabei muss ich aber aufpassen nicht zu schnell zu werden, was auch fuer meine zweite Aufgabe: das Optimieren des Management Information System gilt. Dies betrifft das Reportagesystem im besonderen. In diesem Excel und Peachtree (Buchhaltungsprogramm) basierten System versuchte ich einige Sachen so zu verbessern, das verschiedene Routinearbeiten auf Click ablaufen, aber das System war nicht "foolproof" und fuerte zu allen moeglichen Problemen...also noch viel zu tun, damit da in 3 Monaten was Stabiles steht, und mein Nachfolger sich hineindenken kann. Datensicherheit ist auch nur dadurch gegeben, das es insgesamt erst ganz wenige Menschen mit Computerkenntnissen gibt ... was sich aber ganz schnell aendern wird (siehe Mobiltelefone) Apropos Kommunikation: In diesem Monat startet ein Tembo Bonussystem, was sich am Verkauf von erstklassischen Spanplatten orientiert: 6000 ist die Basis und bei jeweils 5% mehr (300 Stueck) gibt es 5% mehr Lohn, und das nach oben offen! Ein solches Angebot wuerde man in einem europaeischen Betrieb nicht finden, aber hier ist das Lohnniveau ganz anders und es sind nur 14 Produktionstage im Monat noetig um kostendeckend zu arbeiten. Unter diesen Voraussetzungen und einem Markt, der nach Tembos Produkten schreit, hakuna matata! (kein Problem!) Um dieses System vorzustellen hatte ich eine Grafik vorbereitet , die die Verkaufszahlen der letzten beiden Monate und den entsprechenden Bonus zeigte und dazu fuerte, das die Mitarbeiter sich schon ueber das neue System freuen, sich aber gleichzeitig beschwerten, dass sie keinen Bonus fuer September und Oktober bekamen! Also war meine Kommunikation nicht auf die Zielgruppe ausgerichtet! Der Dritte Bereich meiner Arbeit ist die verbesserung des Unternehmensinteren Controlling. Einige der Reportageroutinen sind noch aus den 80gern und waren klassisch sozialistisch: der Zielwert ist bekannt... und alle Verbrauchszahlen werden danach angepasst! Das hilft natuerlich nicht, die wirklichen Kosten zu ermitteln und gibt viel Raum fuer Dieseldiebstal, der hier sehr lukrativ (2 Liter Diesel = ein Tagesgehalt) und bei den Traktoren im Wald schwer zu kontrollieren ist. Habe also die letzten Tage damit verbracht, ein neues Tagreportformular zu entwickeln, was die gegenseitige Kontrolle der einzelnen Bereiche ausnutzt, und die ganzen sozialistischen Zahlenspielereien der Tages-, Wochen- und Monats- Reports unnoetig macht... die Excel sowieso viel besser kann! Wenn das klappt, bin ich ziemlich zufrieden! So das reicht erst mal... bevor ich weiter mit Details nerve. Ach so, es gibt noch was Neues auf Arbeit: Seit letzter woche arbeiten zwei neue Weisse Techniker bei Tembo: Wouter & Barry. Ziel ist es, die 50% Produktionssteigerung in einem halben Jahr zu erreichen... damit waere das Holz, das der Wald produziert genau ausgenutzt... und alle Mitarbeiter haetten 50% mehr Lohn! Eigentlich gute Aussichten ... mit einem kleinen Wermutstropfen ... der Georg ist jetzt von 4 Hollaenderpaerchen umgeben!
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